Trucker aus Leidenschaft

Vom Büro ans Steuer eines 40-Tonners

Die Karriere von Stefanie Wojtaszek startete mit einer Ausbildung als Bürokauffrau. Heute fährt sie Kipper bei der von Saldern Logistik – und ist glücklich.

Wenn Stefanie Wojtaszek morgens um drei Uhr aufsteht, um nach Wilhelmshaven zu fahren, dann ist das für sie kein Problem. Die 38-jährige Kipperfahrerin bezeichnet sich selbst als LKW-Fahrerin mit Leib und Seele. Bevor es losgeht, genießt sie ihren Tee. „Typisch Ostfriesland“, sagt sie und lacht.

Die frühen Morgenstunden haben für die junge Frau ihren ganz eigenen Charme: die Ruhe auf den Straßen, das langsame Erwachen der Natur und das Hineinfahren in wunderschöne Sonnenaufgänge.

Ich dachte immer: das wäre ja toll – Papa Busfahrer, ich dann später mal LKW-Fahrerin.

– Stefanie Wojtaszek

Ein Kindheitstraum wird Realität

Ihr Vater war Busfahrer und schon als Kind fand Stefanie Wojtaszek Autos interessanter als Puppen. Das prägte sie. „Ich dachte immer: das wäre ja toll – Papa Busfahrer, ich dann später mal LKW-Fahrerin.“ Doch zunächst führte ihr Weg ins Büro. Nach einer Ausbildung zur Bürokauffrau arbeitete sie einige Jahre in diesem Beruf, bis sie 2019 eine mutige Entscheidung traf. „Irgendwann habe ich dann gedacht, nee, das ist nicht so meins. Das müssen wir mal ändern. Ich möchte machen, was mir Spaß macht.“

Vom Schreibtisch hinter das Steuer

Den LKW-Führerschein machte Stefanie Wojtaszek über eine Umschulung. Da sie bereits eine abgeschlossene Ausbildung hatte, dauerte der Prozess etwa ein halbes Jahr. Der erste Tag mit dem neuen Führerschein ist ihr noch lebhaft in Erinnerung: „Da habe ich zu meinem Fahrlehrer gesagt: ‚Boah krass, ich darf das Ding jetzt alleine fahren?‘.“

Heute ist Stefanie Wojtaszek mit ihrem 40-Tonner hauptsächlich zwischen den VETRA-Werken in Ostfriesland unterwegs. Sie transportiert Kies und Sand – die Grundstoffe für die Betonproduktion. Dabei schätzt sie besonders, dass sie ihren Arbeitstag nahezu selbständig gestalten kann.

Jeden Mittag erhält sie von der Disposition in Aurich eine Übersicht, welche Betonmengen am nächsten Tag für die acht Standorte der VETRA Beton geplant sind. Davon leitet sie ab, welche Werke beliefert werden müssen und bespricht sich mit den Kollegen vor Ort. Auf dieser Basis entwickelt sie dann ihre Tourenplanung und Materialbeschaffung für den nächsten Tag.

Der Umgang mit dem 40-Tonner erfordert nicht nur Fahrkönnen, sondern auch technisches Verständnis. Stefanie Wojtaszek kümmert sich eigenverantwortlich um Wartung und kleinere Reparaturen. Abends kommt noch einmal der Hochdruckreiniger zum Einsatz, damit der Kipper am nächsten Tag wieder blitzblank zum Einsatz kommen kann. „Da bin ich ziemlich pingelig“, sagt sie und lacht erneut.

Eine große Familie

Was Stefanie Wojtaszek besonders an ihrem Arbeitsplatz schätzt, ist das Gemeinschaftsgefühl. Für sie ist das Arbeitsumfeld wie eine große zweite Familie. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zeigt sich besonders bei Herausforderungen – noch nie hat sie erlebt, dass jemand einem anderen nicht geholfen hätte.

Wenn es beispielsweise eine kurzfristige Großbestellung gibt, packen alle mit an. In einer Situation, als eine Baustelle spontan 200 Kubikmeter benötigte, sprang sie sogar als Mischerfahrerin ein. „Und abends steht man dann gemeinsam zusammen und sagt sich: ‚Ja, haben wir geschafft!'“, das ist ein großartiges Gefühl und es verbindet.

Rat für Berufseinsteiger

Ihre Empfehlung für alle, die mit dem Beruf liebäugeln, ist eindeutig: Einfach ausprobieren! Man kommt viel rum und lernt viele Menschen kennen. Wichtig sei dabei die richtige Einstellung – nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann, sondern das Beste daraus machen.

Für Stefanie Wojtaszek steht fest: Es hätte ihr nichts Besseres passieren können, als zur von Saldern Gruppe zu kommen. „Wenn es nicht notwendig ist, dann würde ich auch nicht wieder gehen“, betont sie ihre Verbundenheit zum Unternehmen.

Über Stefanie Wojtaszek

Stefanie Wojtaszek lernte ursprünglich Bürokauffrau, entschied sich aber 2019 für eine Umschulung zur LKW-Fahrerin. Heute ist sie als Kipperfahrerin für die von Saldern Logistik unterwegs. Sie transportiert mit ihrem 40-Tonner Kies und Sand zwischen den VETRA-Werken in Ostfriesland und schätzt besonders die Eigenverantwortung und das familiäre Arbeitsklima.