‚Nur‘ Mischerfahren wäre für Peter Verres zu langweilig

Der Tüftler aus Zeven

Peter Verres fährt Betonmischer, bedient die Mischanlage, kümmert sich um Kunden und Kollegen. Wenn darüber hinaus Zeit bleibt, findet er kreative Lösungen, um Betriebsabläufe effizienter zu gestalten. Fünf Jahre nach seiner Ankunft aus Ungarn spricht er fließend Deutsch.

„Ich konnte kaum Deutsch“, erinnert sich Peter Verres an seine Anfangszeit vor fünf Jahren. „Meine Frau war in Ungarn Deutschlehrerin – aber ich?“ Er lacht. Seine beiden Kinder waren seine heimlichen Lehrmeister. „Mit dem Kindergarten quasselten sie nur noch Deutsch.“ Was andere als Herausforderung empfinden würden, nahm Verres als Chance: „Ich habe einfach mit gelernt.“

Heute spricht der 30-Jährige fließend Deutsch und fachsimpelt über Zentralschmierung, Betonrezepturen und Tourenplanung. Als KFZ-Mechaniker brachte er technisches Verständnis mit – doch von Beton hatte er keine Ahnung. Gemeinsam mit seinem Kollegen Max Graf lernte er die Abläufe und die Sprache des Betriebs.

Wenn irgendetwas mal schief läuft, dann gebe ich das auch zu.

Vom Fahrer zum Tüftler

„Ich bin ziemlich faul“, erklärt der Familienvater seine Motivation für kreative Lösungen. „Alles, was schwerer ist als eine Kiste Bier, versuche ich zu vermeiden“, sagt er und muss dabei schmunzeln. Also baut er kurzerhand einen kleinen Werkstattkran – 120 Kilogramm schwere Antriebsmotoren der Mischanlage lassen sich so mühelos aus engen Ecken heben und alles lästige Schleppen entfällt.

Seine Kollegen schätzen dieses innovative Denken. Die alte Mischanlage braucht ständige Pflege, aber statt mühsamer Handarbeit entwickelt der findige Kopf praktische Lösungen. Seine selbst gefertigten Schutzbleche sind dafür nur ein Beispiel.

„Ich will eine Zentralschmierung aufbauen. Dann kann man alles von unten erledigen“, plant er bereits die nächste Verbesserung.

Zu Fehlern stehen

Was Verres besonders auszeichnet, ist seine Ehrlichkeit. „Wenn irgendetwas mal schief läuft, dann gebe ich das auch zu.“ Diese Offenheit kommt gut an: Eine Kollegin sagte ihm mal: „Peter, du bist fast der Einzige, der sich meldet, wenn was schief gelaufen ist.“

Einmal vergaß er einen Auftrag. „Zwei Tage später klingelte das Telefon: ‚Wo ist mein Beton?'“ Aber ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen. „Man muss für seine Fehler einstehen“, ist seine Überzeugung.

Heute springt er als stellvertretender Mischmeister ein, wenn Max Graf im Urlaub ist – und fährt trotzdem gerne LKW: „Aber nur Mischerfahren ist mir zu langweilig“, lacht er und tüftelt schon wieder an einer neuen Lösung.

Peter Verres

Peter Verres lernte KFZ-Mechaniker und kam 2019 mit seiner Familie aus Ungarn nach Deutschland. Am Standort Zeven der Fertigbeton von Saldern begann er als LKW-Fahrer. Seine Sprachentwicklung und sein technisches Geschick machten ihn schnell zum geschätzten Teammitglied und stellvertretenden Mischmeister.