Meister ihres Fachs

Warum ohne Mischmeister nichts läuft

Wenn am frühen Morgen die Lichter in den 17 Transportbetonwerken der von Saldern Gruppe angehen, beginnt für die Mischmeister ein Tag voller Verantwortung, Präzision und unerwarteter Herausforderungen. Sie managen die Produktion, kümmern sich um die Technik der Anlage, sind Kundenberater, Teamleiter und Krisenmanager in einer Person – und trotz teilweise langer und stressiger Tage, brennen sie für ihren Beruf.

Der Weg zum Mischpult

Michael Scharsig kann sich noch gut an seine ersten Wochen als Mischmeister im Werk Sottrum erinnern. „Ich war über zehn Jahre als LKW-Fahrer unterwegs“, erzählt der 56-Jährige. „Aber das hier ist eine völlig andere Herausforderung – und macht mir echt Spaß.“ Als der alte Mischmeister das Werk verließ, erklärte sich Scharsig bereit weiterzumachen. „Mein Chef sagte: ‚Ich verliere einen sehr guten Kraftfahrer, aber bekomme vielleicht einen sehr guten Mischmeister.‘ Das war Motivation pur.“

Ähnlich erging es Sven Grothe, Standortleiter des Transportbetonwerks Oldenburg und Jens Wagner, Standortleiter des Transportbetonwerks Sengwarden. Beide kommen ursprünglich vom Windenergieanlagen-Hersteller Enercon, wo sie als Verfahrensmechaniker arbeiteten. Nach Einstellung aller Produktionsstandorte in Deutschland suchten sie neue Perspektiven – und fanden sie in der Betonbranche. „Jens hat mich damals gefragt, ob ich nicht bei der VETRA Beton anfangen möchte“, erinnert sich Grothe. „Ich schaute mir das an und war sofort begeistert vom lockeren Umgang unter den Kollegen.“

Wenn man seinen Job beherrscht, kann man frei schalten und walten.

Michael Scharsig, Mischmeister Sottrum

Mehr als nur Knöpfe drücken

„Eigentlich fängt mein Tag schon am Vorabend an“, erklärt Wagner. „Spätestens um elf prüfe ich den Zementbedarf für den nächsten Tag.“ Diese Planungsarbeit ist nur ein Aspekt des vielschichtigen Berufsbilds. Mischmeister steuern nicht nur ihre modernen Anlagen, sondern sind erste Ansprechpartner für Kunden, Disponenten und Fahrer.

Besonders die Eigenverantwortung schätzen alle. „Man kann selbstständig arbeiten“, betont Scharsig. „Wenn man seinen Job beherrscht, kann man frei schalten und walten.“ Diese Freiheit bringt Verantwortung mit sich – wenn technische Probleme auftauchen oder ein Kunde dringend Sonderbeton braucht, sind schnelle Entscheidungen gefragt.

Nicht immer läuft alles rund

Grothe wird das Datum nie vergessen: 9. September 2023, Brückenüberbau Alexanderstraße in Oldenburg. „Himmel, was war das für ein Tag!“, lacht er heute. „Geplant waren 1.100 Kubikmeter mit zwei Werken und drei Pumpen. Am Ende hatten wir sieben Pumpen im Einsatz, die stündlich getauscht werden mussten – es war der heißeste Tag des Jahres und der Beton so hochwertig, dass die Pumpen richtig zu kämpfen hatten.“ Um drei Uhr morgens ging es los, erst um zehn Uhr abends kam der erlösende Anruf: „Wir sind fertig!“ Für Grothe zeigt sich an solchen Tagen, was Teamarbeit bedeutet: „Alle haben an einem Strang gezogen und sich gegenseitig unterstützt.“

Wagner erinnert sich an endlose Großbaustellen: „Beim Bau des LNG-Anlegers in Wilhelmshaven sollten wir 450 Kubikmeter Beton liefern, geplant waren zehn Stunden. Wir haben morgens um halb sechs angefangen und sind nachts um halb eins fertig geworden – mit Polizeischutz, weil die Regierung Sabotage befürchtete.“ In solchen Momenten zeigt sich, dass Mischmeister weit mehr sein müssen als nur Betonproduzenten: „Ich bestelle sogar Pizzen für meine Fahrer, damit die an solchen Tagen bei Laune bleiben.“

Alle haben an einem Strang gezogen und sich gegenseitig unterstützt.

Sven Grothe, Mischmeister

Das Geheimnis: Teamarbeit und Wertschätzung

Was macht die von Saldern Gruppe als Arbeitgeber besonders? „Die Wertschätzung ist auf jeden Fall gegeben“, fasst Grothe zusammen. Als er nach einer Operation ausfiel, riefen nicht etwa Vorgesetzte an und fragten, wann er zurückkomme. Stattdessen erkundigten sie sich regelmäßig nach seinem Wohlbefinden. „Das habe ich so noch nie erlebt.“

Wagner bestätigt diese Erfahrung: „Als mein Vater ins Krankenhaus kam und hier wirklich viel los war, haben alle geholfen, damit ich zu ihm konnte. Als ich zurückkam, fragte Herr Brüggemann nicht nach den Problemen im Werk, sondern: ‚Wie geht es deinem Vater?'“ Solche Momente prägen die Bindung zum Unternehmen nachhaltig.

Blick in die Zukunft

Die Betonbranche wandelt sich, und die Mischmeister sind mittendrin. Nachhaltigkeit wird immer wichtiger – von CO2-reduzierten Betonen bis hin zur Kreislaufwirtschaft. „Die Zukunft wird grüner“, ist sich Wagner sicher. „Klimafreundliche Betonsorten werden immer mehr angefragt.“

Für alle drei steht fest: Der Beruf des Mischmeisters vereint Technik, Kundenservice und Teamarbeit auf einzigartige Weise. „Hier ist man Unternehmer im Unternehmen“, bringt es Grothe auf den Punkt. „Und wenn man das alles im Griff hat, macht es einfach nur Spaß.“

Klimafreundliche Betonsorten werden immer mehr angefragt.

Jens Wagner, Mischmeister

Der Beruf Mischmeister

Mischmeister steuern computergesteuerte Produktionsanlagen in Transportbetonwerken, überwachen Qualität und koordinieren Lieferungen. Sie sind Ansprechpartner für Kunden, Fahrer und Disponenten, planen den Materialbedarf und sorgen für reibungslose Abläufe.

Neben technischem Verständnis brauchen sie Kenntnisse über Betonrezepturen und Kundenberatung. Flexibilität und Improvisationstalent sind gefragt, da jeder Tag neue Herausforderungen bringt – von technischen Zwischenfällen bis hin zu Großbaustellen mit besonderen Anforderungen.