Im Gespräch mit den Disponenten Andreas Kaufeld und Martin Human von der von Saldern Logistik

Disposition – warum Erfahrung zählt

Andreas Kaufeld begleitete Martin Human fast ein Jahr lang, um eine reibungslose Übergabe in der Disposition der von Saldern Logistik sicherzustellen. Der ausgebildete Fachmann für Logistik lernte, wie man 30 Fahrer, unzählige Touren und täglich neue Herausforderungen unter einen Hut bringt.

Sechs Jahre saß Andreas Kaufeld selbst am Steuer eines LKW, bevor er in die Disposition wechselte. Er kannte jeden Kunden, jede Tour, alle Kollegen. „Beim Wechsel in die Disposition war das mein größter Vorteil. Man telefoniert einfach anders mit den Fahrern, wenn du weißt, wie es da draußen ist“, erklärt Kaufeld.

Diese Erfahrung gibt er gern weiter. „Herr Human ist sehr wissbegierig“, sagt Kaufeld anerkennend. Monatelang saßen beide zusammen, Kaufeld erklärte, Human hinterfragte. „Disposition kann man nur lernen, indem man den Job macht“, so Human. „Zu sehen, wie die Kollegen Stegen und Kaufeld sich stumm verstanden haben, war beeindruckend. Ein großer Fußstapfen, in den ich da hineintrete.“

Der Übergang war bewusst fließend geplant. „Als Herr Kaufeld noch da war, wurden meine Fehler ausgebügelt. Seit April entscheide ich selbständig – das war anfänglich hart, aber man lernt auch, sich selbst zu vertrauen“, so Human.

Disposition kann man nur lernen, indem man den Job macht.

– Martin Human

Martin Human ist seit März 2024 Disponent bei der von Saldern Logistik. Der gelernte Fachkraft für Logistik schätzt die Komplexität seines neuen Berufes: „Es ist wie eine Denksportaufgabe.

Digitale Kompetenz trifft Berufserfahrung

Human, 32 Jahre alt und mit Smartphone aufgewachsen, bringt etwas mit, was Kaufeld schätzt: Technik-Affinität. „Das war ein Vorteil“, sagt der erfahrene Kollege. „Das war eine Seite, die ich ihm nicht zeigen brauchte, weil er das alleine hingekriegt hat.“

„Die Digitalisierung schreitet auch bei uns enorm voran. Das ist gerade für die Älteren unter uns nicht immer leicht“, sagt Human. Die Einführung der Arbeitszeit-App, digitale Lieferscheine, statt Außenspiegel nun Kameras bei den LKWs – Human führt ein paar Beispiele an. Da braucht es viel Lernbereitschaft im Team und Unterstützung.

Andreas Kaufeld machte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. 1997 kam er als Fahrer zur Hannoverschen Silo (heute von Saldern Logistik), 2003 wechselte er in die Disposition. Der 63-Jährige ging im April 2025 in den Ruhestand.

Es läuft fast kein Tag ganz glatt.

– Andreas Kaufeld

Mentoring unter Extrembedingungen

Die Disposition ist kein Bürojob wie jeder andere. „Es läuft fast kein Tag ganz glatt“, erklärt Kaufeld die Realität. „Ein LKW steht im Stau, ein Fahrer hat falsch beladen, der Kunde bestellt um – und Sie müssen sofort entscheiden.“ Keine Zeit für Meetings, keine Bedenkpausen. „Sie müssen jetzt eine Lösung finden, sonst landet beispielsweise der Fahrer im falschen Werk.“

Human fasst die Komplexität zusammen: „30 Fahrer – das sind 30 individuelle Köpfe. Der eine will früh anfangen, der andere früh aufhören. Dazu Urlaubsplanung, Krankmeldungen, Fahr- und Lenkzeiten. Und dann gibt es ja auch noch unsere Kunden!“

„Wer diesen Job machen will, braucht ein hohes Maß an Resilienz“, sagt Kaufeld. Darüber hinaus brauche es geistige Flexibilität, logisches Denken und viel Gelassenheit.

Kaufelds wichtigste Lektion: „Die Zusammenarbeit zwischen den Disponenten muss perfekt funktionieren.“ Jahrelang bildete er mit Christian Stegen ein eingespieltes Team. „Wir haben uns angeguckt und jeder wusste, was der andere denkt.“

Nach gut einem Jahr zieht Human eine positive Bilanz. „Jetzt bin ich da, wo ich immer hinwollte.“ Die intensive Einarbeitung zahlt sich aus, wenngleich es immer wieder neue Herausforderungen gibt. „Man lernt eben nie aus“, schmunzelt Human.