Im Gespräch mit Silo-Fahrer Frank Krull und Jan Bertram

Im Fahrerhäuschen zuhause

Silo-Fahrer Frank Krull ist ein Urgestein der von Saldern Logistik (ehemals Hannoversche Silo). 35 Jahre ist er bereits im Unternehmen, hat unzählige Tonnen Material transportiert und dabei so manchen Trick gelernt. Einer seiner Kollegen ist Jan Bertram, seit acht Jahren im Team. Die beiden verstehen sich nicht nur gut – von Frank hat Jan so manches lernen können.

„LKW fahren war schon immer mein Traum“, erzählt Frank Krull. Als gelernter Antennenbauer in der DDR musste er warten, bis die Wende neue Möglichkeiten eröffnete. „Die großen Maschinen, die ganze Technik – das war schon als Kind mein Ding.“ 1990 ergriff er seine Chance.

Jan Bertram kam anders zum Beruf. Der gelernte Tischler arbeitete zunächst als Zeitarbeiter. Als der Vertrag endete, regte ein Kumpel an, LKW zu fahren. „Bevor ich nichts mache, kann ich auch LKW fahren“, dachte sich damals der junge Mann. Bei der Erinnerung muss er heute schmunzeln.

LKW fahren war schon immer mein Traum.

– Frank Krull

Transporte von Zement bis Sand und Kies

„Als wir anfingen, Quarz zu fahren, kannte das keiner von uns“, erinnert sich Krull. Das Material verhält sich völlig anders als Zement. „Das musste ich selber rauskriegen – über Monate habe ich Tricks entwickelt.“

Diese Expertise teilt er gerne. „Wenn Frank mir einen Tipp gibt, nehme ich den auch an“, schätzt Bertram diese Unterstützung. „Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen.“ Von Krulls 35-jähriger Erfahrung profitieren viele im Team.

Krull genießt als Fernfahrer ungewöhnliche Einsatzorte und erinnert sich an eine Fahrt durch den Zoo Hannover oder zum Marine-Stützpunkt Wilhelmshaven. „Solche Erlebnisse sind besondere Highlights für mich“, resümiert er.

Bertram entschied sich bewusst für Regionalverkehr. Drei kleine Kinder warten zu Hause. „Ich möchte gerne mitbekommen, wie sie aufwachsen“, erklärt er.

Das Fahren macht Spaß. Wenn du über die Landstraße fährst und Ruhe hast – das ist optimal.

– Jan Bertram

Herausforderung Verkehr

Die Arbeitswelt hat sich dramatisch verändert. Krull startete mit 320 PS und Stadtplänen, heute navigieren GPS-Systeme durch den Verkehr. „Das würde ich nicht mehr machen wollen“, sagt er über die alten Zeiten.

Doch nicht alles wird einfacher. Der Verkehr ist dichter geworden, E-Bike-Fahrer sorgen für neue Situationen. „Die kommen so schnell angeschossen an eine Kreuzung“, beschreibt Bertram. „Da muss man höllisch aufpassen.“

Warum Geduld unerlässlich ist

„Geduld“ – das ist für Krull die wichtigste Eigenschaft eines Silofahrers. „Diese Gelassenheit hilft im chaotischen Straßenverkehr, bei schwierigen Kunden oder technischen Problemen.“

Bertram schätzt noch andere Aspekte: „Das Fahren macht Spaß. Wenn du über die Landstraße fährst und Ruhe hast – das ist optimal.“ Besonders stolz ist er auf gelungene Manöver: „Wenn man rückwärts in eine enge Stelle muss und das klappt in einem Zug – perfekt.“

Was beide nach all den Jahren begeistert? „Wir sind in einer Firma, die hinter einem steht“, fasst Krull nach 35 Jahren zusammen. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Bertram ergänzt: „Du bist dein eigener Herr, hast Eigenverantwortung und Abwechslung.“ Beide sehen die Zukunft realistisch. Neue Technologien wie LNG-Fahrzeuge kommen, der Nachwuchsmangel bleibt eine Herausforderung.

Doch eines ist sicher: „LKWs wird es immer geben. Irgendjemand muss es ja bringen“, sagt Bertram pragmatisch und lacht.

Frank Krull ist seit 35 Jahren bei der von Saldern Logistik (ehemals Hannoversche Silo). Der gelernte Antennenbauer kam nach der Wende zum LKW-Fahren. Heute fährt er am liebsten Fernverkehr und schätzt die Freiheit der Straße. „Man lernt nie aus“ ist sein Motto.

Jan Bertram ist seit acht Jahren bei der von Saldern Logistik. Der Familienvater lernte Tischler und stieg als Berufskraftfahrer als Quereinsteiger ein. Ihm ist wichtig, täglich zu seinen drei Kindern abends nach Hause zu kommen, deshalb fährt er nur regional. Er schätzt besonders die Eigenverantwortung des Berufs.