Trucker aus Leidenschaft

Vom Koch zum Trucker

Kai Wiesenhöfer ist seit fünf Jahren Betonmischerfahrer bei der VETRA Beton in Sengwarden – als gelernter Koch blickt er heute mit einem Lächeln auf seine Entscheidung zurück, die Kochjacke gegen das Lenkrad getauscht zu haben.

Mehr als 30 Jahre war Kai Wiesenhöfer als Koch tätig, zuletzt und managte er für seinen Chef einen Gastronomiebetrieb. Doch sein Beruf forderte einen hohen Preis: „Ich stand eigentlich jeden Tag unter Druck – von der ersten bis zur letzten Sekunde“, erinnert er sich. Sein Körper rebellierte irgendwann und Wiesenhöfer wusste: um gesund zu bleiben, braucht es eine berufliche Neuorientierung.

Die Idee, LKW-Fahrer zu werden, kam durch seinen Schwager. „Man ist auf sich allein gestellt und nur für sich selbst verantwortlich“, erklärt Wiesenhöfer seine Motivation. Nach 25 Jahren, in denen er sich immer nur um andere kümmern musste, sehnte er sich nach Autonomie. Er sattelte um und investierte in einen LKW-Führerschein. Seine Entscheidung hat er nie bereut.

Ich weiß noch, wie ich dachte: Leute, hier bin ich richtig.

– Kai Wiesenhöfer

Nach dem Neustart: Ankommen in einer neuen Welt

„Am Anfang war ich so aufgeregt“, erinnert sich der 56-Jährige an seine erste Fahrt mit dem Betonmischer. „Da sitzt du auf einem 460 PS starken Motor und hinten dreht sich auch noch etwas“, sagt er heute lachend. Besonders das Rückwärtsfahren, das fast die Hälfte seiner täglichen Fahrten ausmacht, bereitete ihm anfangs Kopfzerbrechen. „Ich war die ersten Monate so verspannt, weil ich mir vor jeder Baustelle Gedanken gemacht habe: Wie wird es hier wohl sein?“

Heute meistert er selbst schwierigste Situationen mit Gelassenheit – wie die spektakuläre Belieferung der LNG-Anlage in Wilhelmshaven, bei der er über schmale Stege über Wasser fahren musste. „Da wurde mir das erste Mal richtig mulmig“, schmunzelt er heute darüber.

Mehr als nur ein Job

Was Kai Wiesenhöfer besonders schätzt, ist die Vielfalt seines Arbeitsalltags. „Wir haben im Schnitt drei, vier verschiedene Baustellen, die wir täglich anfahren.“ Jede Baustelle bringt neue Herausforderungen – mal enge Einfahrten, mal unwegsames Gelände. „Wichtig ist, den Überblick über die Baustelle zu behalten“, erklärt er seine Philosophie.

Besonders erfüllt ihn der Kundenkontakt: „Ich bin vom Wesen ein freundlicher Mensch. Warum nicht lächeln, wenn es einem gut geht? Warum nicht mit anpacken, wenn ich mal eine freie Minute habe?“ Diese positive Ausstrahlung kommt an – wie bei einer Baustelle, wo er morgens Bonbons verteilte und dafür herzlich gefeiert wurde.

Ein Team, das zusammenhält

Kai erlebte diese Solidarität hautnah, als sein Sohn mit einer Not-OP ins Krankenhaus kam: „Mich erreichte der Anruf auf der Arbeit, wir hatten richtig viel zu tun, jede Hand wurde gebraucht. Aber für die Kollegen war klar: So, du gibst jetzt deinen Schlüssel ab und fährst nach Hause. Für mich war das ein unfassbarer Moment. Ich weiß noch, wie ich dachte, Leute, hier bin ich richtig.“

Diese Menschlichkeit durchzieht den ganzen Betrieb. „Ich habe hier richtig gute Kollegen“, sagt er anerkennend. „Wir helfen uns gegenseitig, das ist ein schönes Gefühl.“

Bei der von Saldern Gruppe hat er gefunden, was ihm wichtig ist: ein Team, das zusammenhält, sinnvolle Aufgaben und die Freiheit, seinen Beruf mit Leidenschaft auszuüben.

Über Kai Wiesenhöfer

Kai Wiesenhöfer ist gelernter Koch und war mehr als 30 Jahre erfolgreich in der Gastronomie tätig. 2020 wagte er den Neustart als Betonmischerfahrer bei der Fertigbeton von Saldern in Sengwarden. Der Wilhelmshavener lebt mit seiner Familie in Ostfriesland und schätzt an seinem neuen Beruf besonders die Abwechslung, den Kundenkontakt und das kollegiale Miteinander.